Lernen - Verstehen - Handeln


Wahrnehmen und Handeln

Geistige Anstrengung ist eine physiologische Anstrengung. Geist und Bewusstsein sind nur introspektiv erfahrbar.
Wie stärken wir die Autonomie des Subjekts? Was ist ein guter Bewusstseinszustand, was ein schlechter? Welche wollen wir fördern?
Neben dem abstrakten Wissen ist es wichtig eine zusätzliche Dimension, situative Wissen zu erwerben. Nur der Körper als Ganzes scheint ein stimmiges Gespür für komplexe Situationen entwickeln zu können. Ein Gespür für Lebensgefühle, Einfühlungsvermögen, Entscheidungsfähigkeit in unentscheidbaren Situationen. Wie gehe ich eigentlich um mit dem Komplexen, dem eigentlich Unerwarteten? Der Körper ist der Kulminationspunkt von dem Gesamtsystem Leben verbunden mit allem Lebendigen.
Für die Aborigines hat Reden eine geringe Bedeutung. Es ist etwas für den Notfall. Traditionell wurde nonverbal kommuniziert. Man lernte präzise, auf der subjektiven Wirklichkeitsebene zu kommunizieren.
Einfühlungsvermögen lässt sich nicht wie Vokabeln lernen. Mit Erfahrung reagieren kann jedoch auch das Falsche sein. Erfahrung muss beeinflussbar sein, um sich immer wieder auf neue Situationen einstellen zu können.
Wir versuchen dem Leben Sinn und Bedeutung zu geben. Ohne Struktur zerrinnen Erfahrungen. Wie nehme ich sinnvolle Erfahrungen mit in den Alltag? Wichtig ist, dass Erfahrung gehalten ist. Nicht wertendes „Wahr-Nehmen“ oder auch Innehalten ist gefragt. Sich in eine Situation hineinbegeben und „warten“, bis sich ein Gespür einstellt, bis sich etwas zeigt. Eine eventuell zufällig empfundene Bewegung, die dann zu einem Kontakt mit sich führt. Schrittweise Vertrauen in die eigene Subjektivität als Hauptverbindung zur „Objektivität“der Welt stärken. Die bewusste reflektierende Beobachtung scheint das „Wahr-Nehmen“ zu beeinträchtigen. In beiden Welten zu Hause sein. Kompetenz hat etwas damit zu tun, zwischen den beiden Wirklichkeitsebenen hin und her wechseln zu können.
Unser Handeln folgt primär unbewussten Impulsen. Das Gehirn leitet bereits eine Handlung ein, bevor sich eine Person dazu bewusst entschließt. In den Basal-Ganglien (limbisches System) sitzt das unbewusste Handlungsgedächtnis, das sagt wie man etwas aus Erfahrung zu tun hat. Und wenn die Basal-Ganglien aus irgendwelchen Gründen „Nein“ sagen, dann kann man eine bestimmte Handlung nicht ausführen, weil der bewusste Wille alleine eine Handlung nicht in Gang setzen kann.


Achtsamkeit: Sich selber spüren, mit anderen in Kontakt treten

Obwohl wir uns oft mit Worten sehr bemühen, unsere Bedürfnisse und Wünsche mitzuteilen, kommt es häufig zu Problemen und Missverständnissen im Kontakt zu Menschen, die uns wichtig sind. oder mit denen wir häufig zu tun haben.
Verunsicherung oder sogar Hilflosigkeit können die Folge sein. Diese äußern sich darin, daß wir nicht mehr in der Lage sind, Meinungen und Standpunkte, die eigentlich die unseren sind, beizubehalten und zu vertreten. Gelegentlich glauben wir uns selber nicht mehr zu verstehen und geben dem anderen die Schuld für unser Unbehagen.
Ein wichtiger Grund dafür liegt in den „gesprochenen Worten“, die nur ca. 7% der Kommunikation mit uns selbst und unserer Umwelt ausmachen. Neben der Sprache sind Gesten, Mimik und unsere physische und psychische (innere) Haltung für Kommunikationsstörungen von Bedeutung. Erst ein guter Kontakt zu uns selber, erlaubt uns einen guten Kontakt zu anderen Menschen herzustellen.

Die eigenen Verhaltensmuster kennen lernen


Unsere Verhaltensmuster (Haltungen) können, wenn wir sie bewusst wahrnehmen, uns selbst und anderen unsere innere Wirklichkeit mitteilen und uns helfen den Kontakt zu unserer Umgebung bewusst zu gestalten. Es macht einen großen Unterschied aus ob wir z.B. aushalten und unseren Ärger herunterschlucken oder die Situation bewußt erfassen, unseren Standpunkt aktiv vertreten und uns mit entsprechenden Gesten abgrenzen.
_
Konflikte und Symptome besser verstehen
 
Die Entstehung von Konflikten und stressbedingten Symptomen hat ihre Ursachen unter anderem in der Haltung, die jemand in einem Konflikt einnimmt. Diese ist in der Regel unbewusst, jedoch für die Art und Weise wie wir uns in der Situation wahrnehmen z.B. ob wir uns unterlegen fühlen, aber auch wie wir mit anderen kommunizieren entscheidend. Diese Haltung wird auch von dem Gegenüber wahrgenommen und oft unbewußt verstanden.
_
 
Durch bewusste Erfahrungen „wachsen“ und das Selbstbewusstsein stärken
 
Stress, Angst und Panik gefährden das innere Gleichgewicht. Bewusstes problemorientiertes Verhalten geht mit dem Gefühl einher zumindest nicht ganz hilflos zu sein. Jeder kleine Schritt nach vorne stärkt das Selbstbewusstsein, wirkt also Stress und Angst entgegen. Selbstbewusstsein äußert sich in erster Linie in einer aufrechten (äußeren) bzw. aufrichtigen (inneren) Haltung.


 

 www.stressmanagement.de
Dr. med. Gerhard Zimmermann
Hautarzt
| Psychotherapie | Verhaltensmedizin
startseite | kontakt | english  

      Was ist Stress?
      Verhaltensmedizin
      Formative Psychologie
      Stressmanagement
      Stress & Krankheit
      Stress & Haut
      Vorträge / Seminare
      Aktuelles
 
      Praxis
      Links / Literatur
      Impressum
 
   Verhaltensmedizin  

 

(c) 2005